Formulierung Forschungsfrage Dissertation Topics

Quellennachweise

Andermann, Ulrich, Martin Drees & Frank Götz. 2006.Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? 3. Aufl. Mannheim: Dudenverlag.

Bänsch, Axel & Dorothea Alewell. 2013.Wissenschaftliches Arbeiten. 11. Aufl. München: Oldenbourg Verlag.

Esselborn-Krumbiegel, Helga. 2002.Von der Idee zum Text – Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. Paderborn: Ferdinand Schöningh.

Franck, Norbert & Joachim Stary. 2009.Die Technik des wissenschaftlichen Arbeitens. 15. Aufl. Paderborn: Ferdinand Schöningh.

Karmasin, Matthias & Rainer Ribing. 2014. Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. 8. Aufl. Wien: Facultas.

Kruse, Otto. 2007.Keine Angst vor dem leeren Blatt – Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12. Aufl. Frankfurt: Campus.

Kruse, Otto. 2010.Lesen und Schreiben – Der richtige Umgang mit Texten im Studium. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft.

Kornmeier, Martin. 2013.Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht – für Bachelor, Master und Dissertation. 6. Aufl. Bern: Haupt.

Oertner, Monika, Illona St. John & Gabriele Thelen. 2014.Wissenschaftlich Schreiben – Ein Praxisbuch für Schreibtrainer und Studierende. Paderborn: Wilhelm Fink.

Rossig, Wolfram E. & Joachim Prätsch. 2005.Wissenschaftliche Arbeiten. 5. Aufl. Weyhe: PRINT-TEC.

Samac, Klaus, Monika Prenner & Herbert Schwetz. 2009.Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule. Wien: Facultas.

Winter, Wolfgang. 2005.Wissenschaftliche Arbeiten schreiben. 2. Aufl. Frankfurt: Redline Wirtschaft.

Phasen des wissenschaftlichen Arbeitens

Einige ganz allgemeine Tipps:

  • Schreiben Sie während des gesamten Forschungsprozesses möglichst viel. Halten Sie in schriftlicher Form fest, was Sie herausfinden und welche neuen Fragen sich stellen.

  • Eine wissenschaftliche Arbeit schreibt man nicht für sich selbst. Man schreibt Sie für (potentielle) Leser. Aus diesem Grund müssen Sie sich Gedanken über Ihr Zielpublikum machen. Natürlich ist bei einer Diplomarbeit die Beziehung zu den Lesern mehr oder weniger künstlich, trotzdem sollten Sie sich darüber Gedanken machen. Ihr Zielpublikum bestimmt nämlich die Art und Weise, wie Sie Ihre Forschungsarbeit schreiben. Hier finden Sie genauere Ausführungen dazu.

  • Das folgende Phasenschema ist wie der Name schon sagt nur ein Schema. Sie werden feststellen, dass Sie sich nicht genau an diese Reihenfolge halten können. So werden Sie bei der Manuskripterstellung zusätzliche Literatur beschaffen oder gar eine Präzisierung ihrer Forschungsfrage vornehmen müssen. Forschung ist eben kein vorhersehbarer, linearer Prozess.

 

1. Themenfindung

2. Ableitung einer Forschungsfrage - Gliederungsentwurf

3. Literatursuche

4. Literaturbeschaffung

5. Literaturauswertung

6. Gliederung

7. Manuskripterstellung

8. Reinschrift


  1. Themenfindung:

In der Regel wird der Betreuer einer Arbeit das Rahmenthema und erste Literaturhinweise vorgeben. In jedem Fall sollten Sie bei der Themensuche auch selbst aktiv werden und Vorschläge machen.

 Wie kommt man nun von einem allgemeinen Interessensgebiet (z.B. Besteuerung von Arbeitseinkommen) zu einem spezifischen Thema, zu dem man eine Forschungsarbeit schreiben kann?

In vielen Fällen ist das Thema zu allgemein und breit gewählt. Eine Ihrer ersten Aufgaben ist das Thema einzugrenzen. Versuchen Sie innerhalb des Themas verschiedene Behauptungen aufzustellen. Diese Behauptungen zeigen Ihnen Möglichkeiten, Ihr Thema zu spezifizieren. Sie werden Ihnen später helfen, konkrete Forschungsfragen abzuleiten.

Beispiel:

Interessensgebiet: Steuern
Thema: Besteuerung von Arbeitseinkommen (sehr breit!)
Behauptungen: Die Belastung mit Lohnnebenkosten ist in Österreich sehr hoch. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht wäre es besser Arbeit weniger stark zu besteuern. Hohe Steuern führen zu hohen Löhnen. etc.

 

  1. Ableitung einer Forschungsfrage – Gliederungsentwurf

Manchmal bestehen wissenschaftliche Arbeiten "nur" aus der Zusammenfassung von Informationen und der Beschreibung von  Fakten. Diese Arbeiten ähneln in gewisser Hinsicht einem Deutschaufsatz.

Was ist der Unterschied zwischen einem Deutschaufsatz und einer Forschungsarbeit?

Der Ausgangspunkt einer guten Forschungsarbeit ist immer eine Frage bzw. Unklarheit. Der Zweck des Forschens ist, eine Antwort auf diese Frage zu bekommen. Aus diesem Grund ist ein  Thema zu wenig, um eine Forschungsarbeit zu schreiben. Wichtig ist es, innerhalb des Themas eine Forschungsfrage zu finden.

Wie kommen Sie nun zu einer Forschungsfrage?

Natürlich gibt es dafür kein Rezept. Aber einige Tipps können wir Ihnen geben:

  • Versuchen Sie aus Ihren Behauptungen (siehe 1. Themenfindung) eine Forschungsfrage abzuleiten.

  • Stellen Sie die üblichen Wer-,  Was-, Wann-, Wo-, Wie- und Warum-Fragen in Bezug auf Ihr Thema.

  • Stellen Sie fest, aus welchen Teilen Ihr Thema besteht und zu welchem übergeordneten Interessensgebiet Ihr Thema gehört.

  • Wie wurde Ihre Frage von anderen diskutiert? Gibt es eine "Geschichte" Ihrer Fragestellung?

Stellen Sie Ihre Fragen in einer Liste zusammen. Suchen Sie nach Fragen, die mehr als ein kurze Antwort benötigen. Suchen Sie insbesondere nach Wie- und Warum-Fragen. 

Am Ende von diesem Prozess möchten Sie etwas beantworten, dass Sie aber noch nicht beantworten können. In anderen Worten: Sie haben eine konkrete Forschungsfrage! 

Für die konkrete Ausrichtung Ihrer Forschungsfrage fehlt noch ein wichtiger Teil, der mit folgenden Fragen zusammenhängt:

  • Was nützt es Ihnen und anderen, wenn Ihre Frage beantwortet ist?

  • Weshalb soll man sich mit Ihrer Forschungsfrage beschäftigen?

Die Antwort auf diese Fragen ist wichtig, damit Sie Ihre Leser (und Sie selbst) von der Bedeutung Ihrer Arbeit überzeugen können. Damit Sie als ForscherIn erfolgreich sind, müssen Sie andere von der Bedeutung Ihrer Arbeit überzeugen. Sie müssen nach einer Begründung für Ihre Arbeit suchen. Eine solche Begründung ist nicht leicht zu geben, und vermutlich werden Sie die Antwort erst im Laufe Ihrer Arbeit finden. 

In jedem Fall sollten Sie während des gesamten Forschungsprozesses immer wieder versuchen, die folgenden drei Sätze zu vervollständigen:

  • Ich beschäftige mich/arbeite über/studiere ............................................................................... (Ihr Thema)

  • Ich studiere X, weil Ich herausfinden will, wer / was / wann / wo / warum / wie .......................(Ihre Forschungsfrage)

  • Ich studiere X, um zu verstehen wie / warum / weshalb ................................................................(Ihre Begründung für die Arbeit)

Nach dem Studium der ersten Literaturhinweise und der Konkretisierung Ihrer Forschungsfrage sollten Sie einen ersten ganz groben Entwurf einer Gliederung erstellen. Im Laufe der nächsten Arbeitsschritte wird ihre Forschungsfrage und ihre Gliederung immer konkreter werden.

  1. Literatursuche:

Sie haben jetzt zwar eine Forschungsfrage, aber welche Literatur ist für Sie von Bedeutung?

Es gibt ganz verschiedene Suchstrategien. Empfohlen wird eine Mischung aus systematischer Suche und dem Schneeballverfahren, um die Vorteile der beiden Suchstrategie bestmöglichst auszunützen.

3a) systematische Suche:

Bei dieser Suchstrategie werden Informationen und Literaturlisten zur Forschungsfrage in fachspezifischen Lehrbüchern, Lexika, Handwörterbüchern, Bibliothekskatalogen und Datenbanken in systematischer Weise ausgewertet.

Das Verfahren ist  zeitintensiv, allerdings gewinnt man nur so einen umfassenden Literaturüberblick. Für die Auswahl der relevanten Literatur aus dem angesammelten "Literaturberg" sind zusätzliche Auswahlkriterien nötig.

Hier finden Sie detaillierte Informationen und Links für Ihre systematische Suche!

3b) Schneeballverfahren:

Ausgehend von den Literaturverzeichnissen relevanter Bücher bzw. Aufsätze wird weitergesucht. Wobei dieser Prozeß immer weiter fortgesetzt wird.

Dieses Verfahren ist sehr befriedigend in Bezug auf den Sucherfolg und weniger zeitintensiv. Es bestehen allerdings einige Gefahren: Man kann leicht in eine bestimmte Richtung der Diskussion abgleiten oder in einer Forschergruppe hängenbleiben, die sich gegenseitig zitieren. Das Verfahren führt auch dazu, dass die gefundenen Stellen sehr schnell älteren Datums sind. Was nur dann kein Problem darstellt, wenn es sich um die klassischen Literaturstellen zum betreffenden Thema handelt.

 

Weitere Tipps zur Literatursuche:

  • Ziel der Literatursuche ist eine (vorläufige) Literaturliste für Ihre Forschungsfrage.

  • Versuchen Sie wichtige Schlagwörter und Autoren für Ihr Thema herauszufinden.

  • Konzentrieren Sie sich auf Literaturstellen, die immer wieder zitiert werden.

 

  1. Literaturbeschaffung:

Nachdem Sie eine Literaturliste zusammengestellt haben, müssen Sie die entsprechenden Bücher, Zeitschriften etc. jetzt auch noch finden!

  • Standorte von Büchern finden Sie in ALEPH (Sie können dabei verschiedene Kataloge auswählen!)

  • Standorte von Zeitschriften finden Sie über die Zeitschriftenliste der SOWI und die Zeitschriften-Homepage der UBI

  • Sollte sich der Standort Ihrer Literatur nicht in Innsbruck befinden, müssen Sie auf die Dienste der Fernleihe zurückgreifen. Achtung: Die Fernleihe ist kostenpflichtig und es dauert i.d.R. mehrere Wochen bis Sie Ihre Literatur zu Gesicht bekommen!

  • SUBITO bietet eine schnelle und preiswerte Alternative zur Fernleihe.

  • Für wichtige Bücher ist der Kauf eine teure aber langfristig lohnende Alternative. Wenden Sie sich an Ihre Buchhandlung.

 

  1. Literaturauswertung:

Nachdem Sie den Standort gefunden haben, liegt die Literatur nun vor Ihnen. Wie stellen Sie fest, ob die entsprechenden Bücher, Zeitschriften etc. für Sie wirklich brauchbar sind?

  • Als erster Schritt empfiehlt sich ein Querlesen der gefundenen Literatur (siehe Quick Tip: Speedy Readingin: Booth, Colomb und Williams (1995), 82-84). Aufgrund des Querlesens müssen Sie entscheiden, ob die Literatur für Sie wirklich wichtig ist!

  • Kopieren Sie Literatur immer erst, nachdem Sie Ihre Wichtigkeit durch ein Querlesen festgestellt haben. Die Gefahr in ungelesenen (!) Kopien zu ersticken ist sehr groß. Außerdem schont diese Strategie Ihre Geldbörse und die Umwelt. Beachten Sie auch die copyrights!

Achtung ab jetzt müssen Sie Ihre Strategie ändern:

Bisher ging es darum, aus einer großen Zahl von Literaturstellen in angemessener Zeit die für Sie relevante auszuwählen. Jetzt müssen Sie die ausgewählte Literatur so sorgfältig wie möglich lesen und auswerten!

  • Um den Überblick zu wahren, müssen Sie diebibliographischen Informationen für Ihre Literaturstellen aufnehmen. Dazu schreiben Sie die bibliographischen Informationen auf Karteikarten, in eine Word-Datei oder in eine Datenbank. Diese Informationen sind für die spätere Erstellung des Literaturverzeichnisses und der Zitate ein wichtige Hilfestellung und bilden das "Rückgrat" Ihrer Arbeit.

    nötige Infos bei Büchern: Autor, Herausgeber (wenn vorhanden), Titel, Untertitel, Auflage, Verlag, Erscheinungsort, Erscheinungsjahr

    nötige Infos bei Zeitschriftenaufsätzen: Autor, Titel, Untertitel, Zeitschrift, Jahrgang, Seitenzahlen, Erscheinungsjahr

  • Kopien sollten Sie von Anfang an systematisch (nach Autoren oder nach Schlagworten) in einem Ordner ablegen.

  • Die inhaltliche Auswertung der Literatur geschieht über Lesen und Exzerpieren. Da diese Arbeit sehr zeitintensiv ist, muß Sie durch eine ordentliche Suchstrategie und ein konsequentes speedy reading gut vorbereitet werden. Sonst ersticken Sie schon wieder im "Literaturberg"!

    Tipps zum Lesen und Exzerpien:

    • Lesen Sie die Literatur so genau wie möglich, und arbeiten Sie von Anfang an ordentlich.

    • Schreiben sie so früh wie möglich etwas auf. Machen Sie Ihre Notizen auf ein Blatt Papier oder gleich am PC.

    • Lesen Sie möglichst die Orginalliteratur.

    • Unterscheiden Sie in Ihren Aufzeichnungen sehr genau eigene Ideen und fremde Ideen, und zitieren Sie entsprechend.

    • Schreiben Sie sich bei Zitaten immer gleich die Seitenzahlen mit auf.

    • Entwickeln Sie eine kritische Haltung gegenüber Ihren Literaturstellen. So entstehen neue Gedanken, Ideen und Fragestellungen.

  1. Gliederung:

Wie entsteht nun aus den gesammelten Argumenten, Ideen und Zitaten eine wissenschaftliche Arbeit? Natülich gibt es dafür kein Patentrezept. Neue Ideen und wissenschaftliche Erkenntnisse entziehen sich von vornherein einer strikten Planung.

In jedem Fall wird Ihnen aber eine Gliederung gute Dienste bei der Ordnung Ihrer Gedanken leisten. Schon mit der Forschungsfrage habe Sie vermutlich einen ersten Gliederungsentwurf im Kopf entwickelt. Im Laufe des Lesens wird  die Gliederung Ihrer Arbeit immer konkreter werden.

Irgendwann müssen Sie die Grobgliederung festlegen und sollten Sie im Laufe der Arbeit nicht mehr ändern. Wann dieser Zeitpunkt ist, kann nicht genau gesagt werden. Die Gliederung entwickelt sich mit der Literatursuche, sollte aber mit Beginn der Manuskripterstellung feststehen. Eine allfällige Feingliederung verändert sich i.d.R. im Laufe der Arbeit ständig und ist auch nur bei umfangreichen Arbeiten (z.B. Diplomarbeit, Dissertation) nötig.

Am Beginn Ihrer Arbeit haben Sie vermutlich eine Gliederung, in der sich die Teilbereiche Ihres Themas widerspiegeln. Sie erkennen eine solche "topic-based" Gliederung an der Aneinanderreihung von Substantiven. Eine solche Gliederung zeigt, dass Sie vermutlich noch keine wirkliche Fragestellung haben. Versuchen Sie möglichst rasch zu einer Gliederung zu kommen, in der Ihre Forschungsfrage und die damit im Zusammenhang stehenden Argumente klar zum Ausdruck kommen. Formulieren Sie in Ihrer Gliederung nicht nur schlagwortartige Hauptwörter, sondern schreiben Sie zu jedem Punkt Ihrer Gliederung in wenigen Worten auch die entsprechenden Fragestellungen, Inhalte und Argumente ("point-based"). Leider kann man eine derartige Gliederung meistens erst erstellen, wenn die Literaturauswertung abgeschlossen ist. Trotzdem sollten Sie schon in den ersten Gliederungsentwürfen versuchen Ihre Gedanken in dieser Form zu ordnen.

Den Unterschied zwischen einer "topic-based" Gliederung und einer "point-based" Gliederung illustrieren Booth, Colomb und Williams (1995), S. 152ff. in Ihrem "Quick Tip: Outlining" sehr anschaulich.

  1. Manuskripterstellung:

(Dieser Abschnitt beruht zum größten Teil auf Booth, Colomb und Williams (1995), Kapitel 11!)

Viele Menschen haben Probleme, wenn Sie einen längeren Text schreiben sollen. Es gibt so etwas wie die "Angst vor dem leeren Blatt". Diese Angst überwinden Sie am besten, in dem Sie nicht zu lange mit dem Schreiben Ihres Manuskripts warten. Verfassen Sie möglichst  früh Teile Ihrer Arbeit. Auf diesem Weg überwinden Sie Ihre Angst. Sie müssen allerdings bei dieser Vorgangsweise akzeptieren, dass Sie am Ende einiges "umsonst" geschrieben haben.

Grundsätzlich können zwei Arten der Manuskripterstellung unterschieden werden.

  1. Schreiben Sie Ihren ersten Entwurf so schnell wie möglich. Nehmen Sie keine Rücksicht auf Zitate und Fehler aller Art. Versuchen Sie lediglich Ihre Ideen zu Papier zu bringen. Erst wenn dieser erste Entwurf steht, sollten Sie sich mit den Mühen des Zitierens, Rechtschreibens usw. auseinandersetzen.

  2. Wenn Sie von Anfang an ein nahezu perfektes Manuskript erstellen wollen, dann müssen Sie auf einer sehr detaillieren Gliederung aufbauen. Nur so ist garantiert, dass Sie nicht umsonst Zeit in die Formulierung und Zitierung von Argumenten stecken, die in der Endversion Ihrer Arbeit gar nicht mehr vorkommen.

Denken Sie beim Schreiben Ihres Manuskripts so oft wie möglich an Ihre Leser. Es gibt ein Grundschema für den Aufbau einer Arbeit. Wenn man sich an dieses Schema hält, dann können sich die Leser besser orientieren: Die gesamte Arbeit sollte aus einer Einleitung, einem Haupteil und einem Schlußkapitel bestehen (wie ein Deutschaufsatz!). In der Einleitung sollten Sie die Forschungsfrage entwickeln und eine Vorschau auf die folgenden Kapitel geben. Jedes einzelne Kapitel sollte selbst wiederum aus einer kurzen Einleitung, einem Haupteil und einer Schlußfolgerung oder Zusammenfassung bestehen. Achten Sie besonders auf Überleitungen zwischen den einzelnen Kapiteln!

Ihre endgültige Einleitung werden Sie vermutlich erst ganz am Schluß schreiben. Der größte Teil von dem, was in Ihrer Einleitung einmal stehen wird, sollte Ihnen am Beginn der Manuskripterstellung aber schon bekannt sein. Aus diesem Grund sollten Sie einen ersten Entwurf der Einleitung zu Papier bringen. Aus diesem Entwurf sollten die folgenden Punkte klar hervorgehen: In welchem größeren Zusammenhang steht Ihre Forschungsfrage (z.B. Diskussion in der Literatur, wichtiges wirtschaftpolitisches Problem)? Was ist genau Ihre Forschungsfrage? Zu welchen Schlußfolgerungen und Ergebnissen werden Sie mit Ihrer Arbeit voraussichtlich kommen?

Verwenden Sie genügend Zeit, um Ihre Argumente für den  Hauptteil zu ordnen. Überlegen sie sich Alternativen für die Anordnung der Argumente und wählen Sie dann jene Alternative aus, die für Ihre Leser am besten ist. Booth, Colomb und Williams (1995), S. 163f. haben einige Prinzipien gesammelt, die Ihnen bei der Anordnung Ihrer Argumente helfen:

  • Beginnen Sie mit Argumenten und Daten, die Ihre Leser bereits kennen. Stellen Sie das Bekannte kurz da und zeigen Sie dann, was Sie an Neuem zu bieten haben.

  • Beginnen Sie mit den einfachen Argumenten und gehen Sie erst später auf komplexere und schwierige Punkte ein.

  • Beginnen Sie mit Argumenten, die nicht umstritten sind, und verwenden Sie erst später  umstrittene Punkte.

  • Ordnen Sie Ihre Punkte chronologisch.

  • Bringen Sie Ihre Argumente in eine logische Ordnung.

Natürlich können Sie in Ihrer Arbeit nicht alle diese Prinzipien beachten, sie sollten Ihnen aber helfen, Ordnung in Ihre Gedanken zu bringen.

Seien Sie möglich kritisch gegenüber sich selbst. Hinterfragen Sie Ihre Argumentationen und versuchen Sie bessere Argumente und Ideen zu finden. Vergessen Sie allerdings dabei nicht den Abgabetermin für Ihre Arbeit.

Der Schlußteil Ihrer Arbeit sollte an die Einleitung anknüpfen. Auf jeden Fall müssen Sie Ihre Hauptargumente und Erkenntnisse am Schluß Ihrer Arbeit allgemein verständlich darstellen. Bedenken Sie die Einleitung und der Schluß einer Arbeit werden i.d.R. als erstes gelesen! Ihr Schlußteil sollte aber nicht nur eine Zusammenfassung der Arbeit sein. Versuchen Sie Ihre Ergebnisse in einen größeren Zusammenhang zu stellen oder zeigen Sie praktische Anwendungsmöglichkeiten auf. Am Schluß Ihrer Arbeit sollten Sie auch anführen, welcher Teil Ihrer Fragestellung noch offen ist bzw. welche weiteren Fragen sich durch Ihre Arbeit ergeben haben. Für Ihre Leser sind derartige Anmerkungen eine wertvolle Hilfe für eine weitere Forschungsarbeit.

Wenn Sie eine wissenschaftliche Arbeit schreiben, müssen Sie auf jeden Fall Gedanken und Ideen von anderen als solche kenntlich machen (indirektes Zitat). Wenn Sie Formulierungen wortwörtlich von anderen übernehmen, dann ist das durch Anführungszeichen in besonderer Weise zu kennzeichnen (direktes Zitat). Nehmen Sie diese Verpflichtung nicht auf die leichte Schulter. Wer nicht korrekt zitiert, begeht einen Diebstahl am geistigen Eigentum anderer! Auch Ihre Leser erwarten sich eine korrekte Zitierweise, damit Sie Ihre Gedankengänge in der Originalliteratur nachvollziehen können.

Neben der korrekten Ziterierweise muß Ihre Arbeit eine Reihe von anderen formalen Standards erfüllen. Einige nützliche Informationen dazu finden Sie hier.

  1. Reinschrift:

Die Reinschrift ist die Endversion Ihrer Arbeit. Planen Sie genügend Zeit für die Erstellung dieser endgültigen Version ein. Engagieren Sie Freunde zum Korrekturlesen. Viele Fehler (vor allem Tippfehler) können Sie mit Ihren eigenen Augen kaum mehr finden.

Ein abschließender Tipp:

Diskutieren Sie Ihre Arbeit mit Freunden und Kollegen in allen Phasen, und besuchen Sie Ihren Betreuer regelmäßig. Damit Sie vom Wissen und Können Ihres Betreuers möglichst viel profitieren, bereiten Sie sich auf derartige Besprechungen gut vor. Wie Sie sich am besten vorbereiten können? Lesen Sie dazu den "Quick Tipp: A Consumer's Guide to Visiting a Writing Tutor" von Booth, Colomb und Williams (1995), S.199f.

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